Reden

Ansprache des Premierministers - Davos

Ihre Majestäten,

Sehr geehrte Damen und Herren,

es ist gewaltig, wieder in Davos zu sein.

Vergangenes Jahr war ich nicht hier.

Allerdings hatte ich gute Gründe dafür, es war die Geburt meiner Tochter.

Dieses Jahr wollte ich auf jeden Fall dabei sein und war so etwas vorsichtiger ...

Wir freuen uns, dass wir Ihre Majestäten, König Philippe und Königin Mathilde, begrüßen dürfen.

Sie vertreten unser Land im Interesse unserer Bürger.

Wir schätzen und danken Ihnen für Ihre Unterstützung und Begeisterung.

Ein herzliches Willkommen an Geert Bourgeois, den Ministerpräsidenten Flanderns. Ebenso heiße ich nicht EINEN sondern ZWEI Vizepremierminister willkommen: Kris Peeters und Alexander De Croo.

Wie Sie sehen können, sind wir hier dieses Jahr mit einem sehr aktiven Team vertreten.

Wir bündeln unsere Kräfte.

Und das ist äußerst wichtig.

Vor zwei Jahren war ich erstmals als Premierminister in Davos.

Seinerzeit kündigte ich an, dass wir eine unternehmensfreundliche Regierung stellen würden. Eine Regierung, die Investitionen fördert und der Rechtssicherheit bietet, um mehr Arbeitsplätze zu schaffen.

Zwei Jahre später kann ich sagen, dass wir unser Versprechen gehalten haben.

Wir haben gute Ergebnisse erzielt und große Fortschritte gemacht.

Momentan sind auf dem belgischen Arbeitsmarkt mehr Menschen denn je zuvor beschäftigt.

Unsere Unternehmen haben über 100.000 Arbeitsplätze geschaffen.

Unsere Arbeitslosenquote war in den letzten 25 Jahren noch nie so niedrig. Wir haben wichtige Maßnahmen im Hinblick auf eine Steuerreform eingeleitet.

Und auch dies mit guten Ergebnissen …

Erstmals seit 10 Jahren wurden in Belgien so viele neue Unternehmen gegründet. Das unterstreicht, dass wir den richtigen Weg gegangen sind.

Wir haben das Lohnhandikap gegenüber unseren Nachbarländern abgearbeitet.

Wir haben die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen gestärkt, indem die Besteuerung von Arbeit gesenkt wurde.

Wir haben uns um unsere kleinen und mittleren Unternehmen gekümmert, die einen Großteil unserer Wirtschaftsaktivität sichern.

Und noch vorige Woche haben unsere Sozialpartner im Rahmen unserer Reformen ein Abkommen geschlossen.

Das sind ausgezeichnete Nachrichten für unsere soziale Stabilität der beiden kommenden Jahre.

Die jüngsten Umfragen der Belgischen Nationalbank vom Dezember zeigen, dass das Unternehmensvertrauen zugenommen hat.

Wir stehen also tatsächlich vor neuen Herausforderungen.

Wir können stolz auf unsere starke, flexible Wirtschaft sein.

100.000 Arbeitsplätze bedeuten mehr Wohlstand und mehr Menschen, die ihre Familie ernähren können.

Und genau darin liegt der Kern unserer Aufgabe: mehr Arbeitsplätze, um unsere soziale Sicherheit zu stärken.

Solidarität ist nicht allein ein Slogan.

Solidarität ist ein wesentliches Element unserer Gesellschaft.

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir werden unsere Wirtschaft und unseren Arbeitsmarkt weiter reformieren.

Ich würde sagen, wenn Sie den Fortschritt suchen, kommen Sie nach Belgien!

Unsere Produktivität ist weltweit die höchste.

Und das sind schon gewaltige Nachrichten.

Doch warten wir nicht, bis die Investoren nach Belgien kommen.

Wir kommen zu Ihnen!

Wir wollen Unternehmen fördern, Stabilität bieten und haben dabei eine strategische Vision der Zukunft.

Für die folgenden 15 Jahre haben wir ein großes Investitionspaket aufgelegt, um die Infrastruktur, die Digitale Agenda und die Energiewende zu verbessern.

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Herausforderungen wie der Brexit können neue Möglichkeiten mit sich bringen.

Wir sind felsenfest davon überzeugt, dass Brüssel beispielsweise im Bereich der Finanztechnologie oder der pharmazeutischen Forschung mit anderen Städten konkurrieren kann.

Fintech ist ein großer Sektor in Belgien mit vielen Start-ups und Know-how.

Mit Unternehmen wie Swift und Euroclear haben wir B-Hive geschaffen.

Ein großartiges Projekt, um mehr Akteure in dieses Feld einzubinden.

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir durchleben schwierige Zeiten.

Europa ist mit vielen sensiblen Themen zugleich konfrontiert:

der Brexit, die Wahlen in den USA, die geopolitische Situation im Süden Europas und unser Dialog mit Russland.

In Belgien wissen wir auch, dass der Kampf gegen den Terrorismus ein gemeinsamer Kampf ist. Die Verteidigung unserer Werte und Freiheiten ist unverzichtbar.

Es ist nicht das erste Mal in der Geschichte, dass wir vor derartigen Herausforderungen stehen.

Doch ich weiß, dass Innovation und Kreativität, ein guter Wille und harte Arbeit die beste Antwort bilden.

In Belgien ... sind wir bereit, große Anstrengungen zu unternehmen, um Dinge umzusetzen.

Ich weiß es ... es geht nicht allein um natürliche Reichtümer oder den Standort.

Was zählt sind Kenntnisse, Fertigkeiten und die Einstellung.

Wir können den kommenden Generationen eine bessere Welt hinterlassen, wenn wir bereit sind, uns zu verändern und uns den Veränderungen anzupassen.

Sie erwarten viel von uns. Wir erwarten aber auch viel von Ihnen.

Doch kann ich Ihnen versichern, es ist eine Win-Win-Situation, von der alle profitieren.

Wir haben sehr ehrgeizige Ziele. Daran kann es keine Zweifel geben.

Willkommen in Belgien, dem Land, in dem das Business willkommen ist.

Ich wünsche Ihnen einen produktive Zeit hier in Davos.

 

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und alles Gute für das neue Jahr!